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Otten schmeißt in Grevenbroich das Handtuch

1. Mannschaft | 22.11.2017 - 23:21

Hermann-Josef Otten ist nicht mehr Trainer des Bezirksligisten TuS Grevenbroich. Nach der 0:4-Heimniederlage gegen Tabellenführer Teutonia St. Tönis hat der Coach am Sonntagabend die Konsequenzen aus einer bislang enttäuschenden Saison gezogen und den Vorstand nach dem Abpfiff über seinen Rücktritt informiert. Bis zur Winterpause übernehmen die Co-Trainer Lars Faßbender und Thomas Ugowski das Kommando.




"Das ist ein Prozess, der in mir schon länger gereift ist. Wir haben nicht mehr umsetzen können, was ich mir vorgestellt habe, da gehen mir irgendwann auch die Argumente für meine Arbeit aus. Ich muss als Trainer auch in negativen Momenten Verantwortung übernehmen", sagte Otten in einem ehrlichen Statement. Der TuS Grevenbroich, jahrzehntelang Stammgast in Verbands- und Landesliga, hatte den im Fußballkreis renommierten Trainer zur Saison 2016/2017 verpflichtet und als Ziel mittelfristig den Wiederaufstieg in die Landesliga ausgegeben. In einer auch von Verletzungspech geprägten Saison haben die Schlossstädter aber nur zwei ihrer letzten zehn Spiele gewonnen und liegen drei Zähler vor einem Abstiegsrang.

"Wir wollten ja oben mitspielen, jetzt spielen wir fast unten mit", konstatiert der Vorsitzende Friedel Geuenich. Die Verletztenliste will er als alleinige Ausrede nicht gelten lassen: "Wir hatten uns vor der Saison gut verstärkt und klar, dann kommt auch Verletzungspech dazu. Aber bei 22 Spielern im Kader muss man immer eine Alternative parat haben." Der Rücktritt Ottens habe Geuenich nicht völlig unvorbereitet getrofen: "Der Zeitpunkt hat mich überrascht, damit habe ich nach der eigentlich guten Leistung gegen St. Tönis nicht gerechnet. Aber die Entwicklung der letzten Wochen hat ihre Wirkung gezeigt. Man sieht ja, wie die Mannschaft reagiert oder eben nicht reagiert, wenn der Trainer etwas anweist."

Das sah auch Otten so: "Ich hatte den Eindruck, dass einige Spieler nicht mehr erreichbar waren und wollte nicht, dass sie sich hinter meiner Personalie verstecken können."

Generell habe dem Trainer, der zuvor beim VfL Jüchen/Garzweiler, der DJK Gnadental und dem VfR Büttgen beschäftigt war, die Entwicklung beim TuS Grevenbroich nicht gefallen: "Mit meiner Vertragsverlängerung nach der Vorsaison habe ich versucht, einige Baustellen noch mal anzugehen, aber in der Struktur hat vieles nicht gepasst. Ich weiß, dass der TuS da in einer schwierigen Situation ist und hoffe, dass jetzt ein Neustart mit frischer Motivation erfolgen kann." Geuenich will nun in Ruhe nach einem Nachfolger suchen, der "auch langfristig sinnvoll" ist. Schließlich hat er beim TuS weiterhin ehrgeizige Ziele: "Ganz klar, Platz sechs bis acht ist für mich in dieser Saison Pflicht."

Bericht: NGZ - Fotos: Archiv

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